Inhaltsverzeichnis:
- Angriff in Ruppichteroth
- Verfolgung mit dem Auto
- Waffenfunde in Much und Ruppichteroth
- Rolle der Verteidigung
- Weiterer Prozessverlauf
Angriff in Ruppichteroth
Die Tat ereignete sich am 20. Februar. Der junge Mann war auf ein abgelegenes Grundstück eingedrungen und stieg in einen Wohnwagen ein. Das Areal war mit Kameras überwacht. Eine App auf dem Mobiltelefon des 75-Jährigen informierte ihn über den Einbruch. Der Beschuldigte fuhr sofort los und traf kurze Zeit später auf den Eindringling.
Laut Anklageschrift eröffnete er unmittelbar das Feuer. In nur 52 Sekunden wurden zehn Schüsse abgegeben. Drei Kugeln trafen den Flüchtenden, zwei durchschlugen den Rücken. Das Opfer rannte trotz lebensgefährlicher Verletzungen weiter, wurde jedoch vom Schützen eingeholt.
Verfolgung mit dem Auto
Nach den Ermittlungen stieg der 75-Jährige in sein Fahrzeug. Er verfolgte den 24-Jährigen und schnitt ihm den Weg ab. Dort soll er mehrfach mit seiner Waffe auf den Kopf des Mannes eingeschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem Schädelbasisbruch.
Erst das Erscheinen eines Zeugen beendete die Gewalt. Ein Rettungshubschrauber brachte den Schwerverletzten in eine Klinik. Nur durch eine Not-Operation konnte das Leben des jungen Mannes gerettet werden.
Waffenfunde in Much und Ruppichteroth
Die Polizei nahm den Schützen fest. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Much, seines Autos und des Grundstücks in Ruppichteroth stießen Ermittler auf zahlreiche Schusswaffen und Munition. Einen Waffenschein besaß der 75-Jährige nicht.
Unter den Funden befanden sich:
- 2 Maschinenpistolen des Typs Uzi mit mehreren Magazinen
- mehrere halbautomatische Pistolen
- weitere Schusswaffen und Munition
Der Angeklagte erklärte, einige Waffen habe er von einem Schützenvereinsvorsitzenden zur Aufbewahrung erhalten. Andere habe er im Laufe der Jahre gesammelt.
Rolle der Verteidigung
Zu Prozessbeginn ließ der 75-Jährige durch seinen Anwalt Carsten Rubarth ein Geständnis verlesen. Rubarth betonte, dass sein Mandant die Tat zutiefst bereue. Er hätte in der Situation die Polizei verständigen sollen. Das Grundstück sei für ihn ein Rückzugsort gewesen, der bereits mehrfach Ziel von Einbrüchen wurde.
Weiterer Prozessverlauf
Der Angeklagte befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Sollte das Gericht ihn des versuchten Totschlags schuldig sprechen, droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe. In der kommenden Woche wird das Opfer als Zeuge aussagen.
Quelle: WDR, www.extratimeout.com/de