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Dienstag, 05 August 2025 14:02

Tigermücke in NRW

Tigermücke breitet sich entlang des Rheins aus. Tigermücke breitet sich entlang des Rheins aus. fot: pixabay

Die Ausbreitung der gefährlichen Stechmücke lässt sich in mehreren Regionen Nordrhein-Westfalens nachweisen. Besonders betroffen sind Bonn, Kerpen und Brühl. Die asiatische Tigermücke, erkennbar an ihren schwarz-weißen Streifen und den gestreiften Hinterbeinen, stammt ursprünglich aus Südostasien. Mit einer Größe von weniger als einem Zentimeter ist sie kleiner als eine Ein-Cent-Münze, aber potenziell gefährlicher als heimische Arten.

Inhaltsverzeichnis:

Vorkommen in Bonn, Kerpen und Brühl

Die ersten stabilen Populationen der Tigermücke wurden in Nordrhein-Westfalen in den Städten Bonn, Kerpen und Brühl registriert. Das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA) bestätigt die Ausbreitung. Die günstigen klimatischen Bedingungen entlang des Rheins begünstigen die Ansiedlung. Zusätzlich fördert der internationale Reise- und Warenverkehr die Verbreitung der eingeschleppten Art.

Vor allem See- und Flughäfen dienen als Einfallstore. In Containern, insbesondere aus Asien, gelangen Eier der Tigermücken nach Europa. In Süddeutschland ist die Art bereits deutlich weiter verbreitet. In NRW erfolgt die Ausbreitung bisher punktuell, aber stabil.

Virusübertragung durch Stiche möglich

Die Tigermücke gilt als potenzieller Überträger tropischer Viren wie Dengue, Chikungunya oder Zika. In ihrer Heimat ist sie bekannt dafür, diese Krankheiten zu verbreiten. In Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit einer Virusübertragung laut Robert Koch-Institut zwar gering, aber nicht auszuschließen. Das liegt daran, dass sich Viren wie Dengue nur kurzzeitig im menschlichen Blut befinden.

Ein Beispiel außerhalb Deutschlands: Im Juli 2025 erkrankte ein Mann im französischen Elsass an Chikungunya, obwohl er nicht im Ausland war. Auch in Südfrankreich wurden bereits Einzelfälle dokumentiert. In Deutschland ist die Übertragung des West-Nil-Virus bislang vor allem im Osten bekannt. Andere hier vorkommende Mückenarten könnten dieses Virus ebenfalls übertragen.

Brutgebiete vermeiden – das kann helfen

Die Verbreitung der Mücke kann durch gezielte Maßnahmen im Alltag reduziert werden. Die weiblichen Tiere legen ihre Eier bevorzugt in stehende Gewässer. Bereits einfache Verhaltensänderungen können helfen, die Brutstätten einzuschränken:

  • Regentonnen mit engmaschigen Netzen abdecken
  • Wasser in Vogeltränken und Planschbecken regelmäßig wechseln
  • Eimer und Gießkannen so lagern, dass sich kein Wasser sammelt

In Deutschland sind derzeit rund 50 Stechmückenarten bekannt. Die asiatische Tigermücke gehört zu den invasiven Arten, deren Verbreitung kontinuierlich untersucht wird. Dabei ist die Forschung auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen.

Projekt „Mückenatlas“ sammelt Daten bundesweit

Bürgerinnen und Bürger können verdächtige Mücken einfangen und zur Bestimmung einsenden. Das bundesweite Projekt „Mückenatlas“ wertet diese Einsendungen wissenschaftlich aus. Die Ergebnisse helfen, die aktuelle Verbreitung zu kartieren. Der Einsender erhält eine Rückmeldung mit Informationen zur Art und Biologie des Tieres.

Die gesammelten Daten fließen in eine zentrale Datenbank ein. Sie bilden eine Grundlage für künftige Maßnahmen zum Monitoring und zur Bekämpfung invasiver Mückenarten in Deutschland.

Quelle: WDR, www.patizonet.com/de