Inhaltsverzeichnis:
- Arbeit in der Bonner Nordstadt
- Kirchengemeinde plant Erweiterung des Kindergartens
- Schwierige Suche nach einem neuen Standort
- Zukunft ungewiss – Engagement bleibt
Arbeit in der Bonner Nordstadt
Noch vor Sonnenaufgang beginnt der Tag für die zwanzig Helferinnen und Helfer der Bonner Tafel. Sie fahren durch die Stadt, sammeln Lebensmittelspenden ein und sortieren diese in Kisten. Jede Woche werden etwa 2.400 Menschen aus Bonn mit Grundnahrungsmitteln unterstützt. Die Nachfrage wächst stetig. Bereits heute gibt es deutlich mehr Anfragen, als bewältigt werden können.
Seit 21 Jahren arbeitet die Tafel an ihrem Standort in der Bonner Nordstadt. Dort teilen sich die Ehrenamtlichen die Räumlichkeiten mit einer Kirchengemeinde. Der Platz ist eng. Vor allem bei schlechtem Wetter müssen viele Kundinnen und Kunden im Regen warten, bis sie an der Reihe sind.
Kirchengemeinde plant Erweiterung des Kindergartens
Das Gebäude gehört der Kirchengemeinde, die das Haus künftig selbst benötigt. Sie möchte den bestehenden Kindergarten erweitern, der bislang mit der Bonner Tafel unter einem Dach war. Die Planungen waren schon länger im Gespräch, nun werden sie konkret. Der Verein hat deshalb die Kündigung des Mietvertrags erhalten und muss spätestens 2027 ausziehen.
Ein ähnlicher Nutzungskonflikt wurde in Bonn bereits mehrfach öffentlich diskutiert, etwa im Zusammenhang mit der Beethovenhalle, wo ebenfalls neue Raumkonzepte erforderlich wurden.
Schwierige Suche nach einem neuen Standort
Die Suche nach einem geeigneten Ersatzgebäude gestaltet sich für den Verein als äußerst schwierig. Mindestens 300 Quadratmeter werden benötigt – ebenerdig, mit Lagerflächen, Parkplätzen für Transportfahrzeuge, einer Kundentoilette und einer guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
- ausreichend Lagerraum für verderbliche und haltbare Ware,
- barrierefreier Zugang,
- Parkmöglichkeiten für Lieferfahrzeuge,
- Nähe zu Bus- und Bahnlinien.
Da Umbau und Renovierung etwa ein Jahr dauern könnten, müsste bereits bis Sommer 2026 ein neuer Standort gefunden sein. Die Zeit drängt, denn der logistische Aufwand ist enorm. Ähnliche logistische Herausforderungen bestehen derzeit auch in anderen Bonner Projekten, wie etwa der Nordbrücke, die wegen Sanierungsplänen vor einer möglichen Sperrung steht.
Zukunft ungewiss – Engagement bleibt
Trotz der unklaren Zukunft bleibt das Engagement der Ehrenamtlichen ungebrochen. Sie wollen die Lebensmittelhilfe in Bonn aufrechterhalten, auch wenn noch kein neuer Standort in Sicht ist. Bis 2027 soll der Betrieb auf jeden Fall weiterlaufen.
Die Stadt Bonn steht vor ähnlichen sozialen und infrastrukturellen Herausforderungen, wie etwa beim geplanten Sparpaket zur Haushaltssanierung. In diesem Umfeld fällt es sozialen Einrichtungen zunehmend schwer, bezahlbare Flächen zu sichern.
Die Bonner Tafel bleibt dennoch ein unverzichtbarer Bestandteil des städtischen Lebens. Ihr Ziel ist klar: Auch künftig soll niemand in Bonn auf Unterstützung verzichten müssen.
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Quelle: WDR, MILEKCORP