Freitag, 06 Februar 2026 11:03

Stabile Strukturen für Jazz und Musikszene

Jazz, Förderung und Engagement prägen 2026 neue Perspektiven für die Musikszene in Bonn und darüber hinaus. Jazz, Förderung und Engagement prägen 2026 neue Perspektiven für die Musikszene in Bonn und darüber hinaus. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Die deutsche Jazz- und Musiklandschaft steht 2026 an mehreren Wendepunkten. Institutionen, Festivals und Bildungsprojekte setzen neue Impulse. Zentrale Themen sind verlässliche Förderung, mehrjährige Planungssicherheit und konkrete Initiativen vor Ort. Mehrere Entscheidungen und Termine markieren diese Entwicklung und prägen den Kulturraum Bonn nachhaltig.

Inhaltsverzeichnis

Deutscher Musikrat und Deutsche Jazzunion

Am 28. Januar 2026 veröffentlichte der Deutscher Musikrat das Positionspapier Freie Musikszene braucht verlässliche Förderstrukturen. Die Deutsche Jazzunion schloss sich den Forderungen ausdrücklich an. Gerade Jazz und Improvisierte Musik benötigen nachhaltige Fördermodelle, um künstlerische Entwicklung, soziale Absicherung und faire Arbeitsbedingungen zu sichern.

In der Freien Szene entstehen langfristige Formate. Dazu zählen Large Ensembles, Kollektive, Festivals und Produktionsplattformen. Sie arbeiten kontinuierlich. Die wirtschaftlichen Risiken tragen sie jedoch selbst, oft ohne Vergütung für Organisation, Verwaltung und Akquise. Projektförderungen decken laufende Kosten selten ab. Personal- und Strukturaufwendungen bleiben häufig ungedeckt.

Janning Trumann und 3-Säulen-Modell

Projektbasierte Förderung stößt im Jazz an klare Grenzen. Musikerinnen und Musiker organisieren sich weitgehend selbst. Ein Großteil der Arbeitszeit entfällt auf nicht kreative Tätigkeiten. Diese bleiben oft unbezahlt. Janning Trumann, Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion, betont die Folgen. Prekäre Lebenssituationen entstehen trotz hoher Professionalität. Trumann ist zugleich Vorsitzender des Bundesfachausschusses für Arbeit & Soziales des Deutschen Musikrats, der das Papier erarbeitete.

Gefordert wird ein 3-Säulen-Modell. Es umfasst gleichwertige institutionelle Förderung, Strukturförderung und Projektförderung. Mehrjährige Instrumente gelten als Voraussetzung für soziale Sicherheit, Planung und Qualität. Der Ansatz steht für einen Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik.

Michael Griener und Kulturpolitik

Auch kulturpolitisch ist ein Umdenken erforderlich. Faire und transparente Vergütungsmodelle lassen sich nur mit bedarfsorientierter Förderarchitektur umsetzen. Michael Griener, Vorsitzender der Deutschen Jazzunion, verweist auf die Signalwirkung des Positionspapiers. Mehrjährige Förderung ist keine Option, sondern Grundlage für Qualität und soziale Absicherung. Dieses Bewusstsein soll stärker in Politik und Öffentlichkeit verankert werden.

Jazzfest Bonn und Jazznetz Bonn

Das Jazzfest Bonn setzt ein konkretes Zeichen. Der neue Förderverein Jazznetz Bonn – Freunde und Förderer des Jazzfest Bonn e.V. wird am 8. März 2026 um 19 Uhr im Collegium Leoninum vorgestellt. Anlass ist ein Konzertabend mit Jasper van’t Hof und Peter Materna. Tickets sind verfügbar und zählen zu den wichtigsten Veranstaltungen in Bonn im Frühjahr.

Der Verein wurde im Dezember 2025 gegründet. Ziel ist die ideelle und finanzielle Unterstützung des Festivals. Festivalleiter Peter Materna erklärt den Ansatz. Engagement soll gebündelt und dauerhaft gestärkt werden. Das Netzwerk richtet sich an Musikfreundinnen und Musikfreunde. Es will Nachwuchs fördern, Live-Kultur sichern und künstlerische Unabhängigkeit ermöglichen.

  • langfristige Stabilität des Jazzfest Bonn
  • Förderung junger Musikerinnen und Musiker
  • Erhalt von Räumen für Live-Kultur und Begegnung

Im Anschluss steht die Musik im Fokus. Jasper van’t Hof und Peter Materna präsentieren ihr gemeinsames Debütalbum Skyline, das Mitte April erscheint. Die Zusammenarbeit ist langjährig. Das Zusammenspiel lebt von Kontrasten und spontaner Interaktion.

Jazzclub Hürth und Albert-Schweitzer-Gymnasium

Seit zehn Jahren kooperieren der Jazzclub Hürth und das Albert-Schweitzer-Gymnasium Hürth. In diesem Zeitraum entstanden zahlreiche Workshops und Projekte. Im Mittelpunkt standen hochwertige Formate mit international renommierten Jazzmusikern. Dazu zählen Joscho Stephan und die israelische Gruppe Shalom sowie Marcus Peters, Sabine Kühlich, Helmut Eisel, Roland Kämmerling und Merle Kneissl.

Schulleiter Thorsten Jürgensen-Engl hebt die Bedeutung für den Unterricht hervor. Musik wird als professionelle Praxis erlebt. Die Kooperation schafft Synergien. Der Jazzclub profitiert vom Blick junger Menschen. Die Schule gewinnt praxisnahe Einblicke. Auch Günter Reiners, Vorsitzender des Jazz-Clubs Hürth, würdigt die Partnerschaft. Gegenseitiger Respekt prägt die Zusammenarbeit.

Will Jacobs und Pianobühne Oberthulba

Ein weiteres Ereignis folgt am 7. März 2026. Will Jacobs tritt um 20 Uhr auf der Pianobühne Oberthulba auf. Der Gitarrist und Sänger stammt aus Chicago, Illinois. Er studierte am Berklee College of Music in Boston. Internationale Bekanntheit erlangte er durch Stimme und E-Gitarrenspiel. Weitere Konzerthöhepunkte im Jahr finden sich mehr hier.

Er reist mit einer fünfköpfigen Band an. Mitwirkende sind Christian Rannenburg am Piano, Abdul Fuasi am Saxofon, Breezy Rodio an der Gitarre sowie Lorenzo Francocci am Schlagzeug und Light Palone am Bass. Will Jacobs spielte bereits dreimal auf der Pianobühne, jeweils vor ausverkauftem Haus. Karten sind telefonisch, per WhatsApp oder E-Mail erhältlich.

Überprüfen Sie die Lage des Hotel Collegium Leoninum in Bonn auf Google Maps:

Karte: Google Maps / Lage des Hotel Collegium Leoninum 

FAQ

Was fordert das Positionspapier des Deutschen Musikrats?

Das Positionspapier fordert verlässliche, mehrjährige Förderstrukturen für die Freie Musikszene, insbesondere für Jazz und Improvisierte Musik, um soziale Absicherung, Planungssicherheit und künstlerische Qualität zu gewährleisten.

Warum reicht Projektförderung im Jazzbereich nicht aus?

Projektförderung deckt häufig weder laufende Personal- noch Strukturkosten ab und berücksichtigt nicht den hohen organisatorischen Aufwand, der in der Freien Jazzszene oft unbezahlt bleibt.

Was beinhaltet das 3-Säulen-Modell?

Das 3-Säulen-Modell besteht aus institutioneller Förderung, Strukturförderung und Projektförderung, die gleichwertig nebeneinanderstehen und langfristige Stabilität ermöglichen sollen.

Welche Rolle spielt das Jazznetz Bonn e.V.?

Das Jazznetz Bonn e.V. unterstützt das Jazzfest Bonn ideell und finanziell, bündelt Engagement und fördert langfristig Nachwuchs, Live-Kultur und künstlerische Unabhängigkeit.

Wann und wo wird der Förderverein Jazznetz Bonn vorgestellt?

Der Förderverein wird am 8. März 2026 um 19 Uhr im Collegium Leoninum in Bonn im Rahmen eines Konzertabends öffentlich vorgestellt.

Welche Bedeutung hat die Kooperation zwischen Jazzclub Hürth und dem Albert-Schweitzer-Gymnasium?

Die Kooperation ermöglicht seit zehn Jahren praxisnahe musikalische Bildung durch Workshops mit professionellen Jazzmusikern und fördert Kreativität, Selbstständigkeit und kulturellen Austausch.

Wann tritt Will Jacobs auf der Pianobühne Oberthulba auf?

Will Jacobs tritt am Samstag, den 7. März 2026, um 20 Uhr auf der Pianobühne Oberthulba mit einer fünfköpfigen internationalen Band auf.

Quelle: JAZZ ZEITUNG, PATIZONET

Informationen

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