Donnerstag, 14 August 2025 12:06

Bahnverbindung Bonn-Köln steht vor langen Sperrungen

Bauarbeiten gefährden wichtige Pendelstrecke Bonn–Köln Bauarbeiten gefährden wichtige Pendelstrecke Bonn–Köln pixabay/Foto illustrativ

Die geplanten Baumaßnahmen auf der linksrheinischen Bahnstrecke zwischen Bonn und Köln ab 2028 sorgen für wachsende Sorgen in der Region. Die Stadt Bonn und die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg fordern von der Deutschen Bahn und dem Zweckverband go.Rheinland konkrete Alternativen, um die Erreichbarkeit zu sichern. Der Grund ist die mehrjährige Unterbrechung einer der wichtigsten Pendelstrecken Nordrhein-Westfalens.

Inhaltsverzeichnis:

Bedeutung der Verbindung Bonn–Köln

Täglich nutzen rund 17.000 Berufspendler aus Köln den Weg nach Bonn und etwa 15.000 den umgekehrten Weg. Die Strecke verbindet Bonn nicht nur mit Köln, sondern auch mit Düsseldorf und dem Ruhrgebiet. Sie ist zudem essenziell für den Zugang zahlreicher Bundesbehörden in Bonn nach Berlin über den Kölner Hauptbahnhof. Die geplante Vollsperrung wird durch eine fünfmonatige Generalsanierung und den Neubau von vier Brücken verursacht, was insgesamt zu etwa 24 Monaten Unterbrechung führt.

Die Baumaßnahmen beinhalten

  • eine Generalsanierung der linksrheinischen Bahnstrecke
  • vier Brückenneubauten mit jeweils hohem logistischen Aufwand
  • komplette Sperrungen über mehrere Monate
  • umfangreiche Gleis- und Signaltechnikarbeiten

Forderungen nach Alternativen

Oberbürgermeisterin Katja Dörner und die IHK Bonn/Rhein-Sieg verlangen, dass Bonn aktiv in die Abstimmungsgespräche eingebunden wird. Ziel ist es, während der Sperrungen den Pendelverkehr stabil zu halten. In einem Schreiben an die Verantwortlichen werden konkrete Maßnahmen gefordert:

  1. Regelmäßige und transparente Baufortschrittsmeldungen
  2. Einführung einer durchgängigen S-Bahn-Verbindung Bonn-Beuel–Köln
  3. Aufrechterhaltung der ICE-Anbindung über Bonn-Beuel ab 2027
  4. Prüfung eines temporären Halts in Köln-Süd
  5. Durchbindung des Regionalexpress RE 5 bis Düsseldorf

Zusammenarbeit für ein Übergangskonzept

Die Unterzeichner des Schreibens, darunter BaFin, Deutsche Telekom AG, DHL Group und Universitätsklinikum Bonn, erklären ihre Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit. Ein regelmäßiger Austausch soll helfen, negative Auswirkungen auf die Region zu reduzieren. Die Stadt verweist auf bereits bestehende Einschränkungen im Bonner Bahnverkehr, die durch die neuen Maßnahmen nicht verschärft werden sollen.

Patrick Schnieder, der neue Bundesverkehrsminister, wurde von Katja Dörner direkt angeschrieben. Sie betonte darin die Dringlichkeit, rechtzeitig Lösungen zu finden. Die Region fordert nicht nur einen Erhalt der Mobilität während der Bauzeit, sondern im besten Fall auch eine Verbesserung der Anbindung.

Quelle: Antenne NRW, WDR, IHK Bonn/Rhein-Sieg, Stadt Bonn

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