Inhaltsverzeichnis:
- Jagdleiter Hauke Ploetz im Meßdorfer Feld
- Kritik von Christian Chmela aus Bonn
- Zahlen und Ziele der Jäger
- Folgen für Natur und Stadt
Jagdleiter Hauke Ploetz im Meßdorfer Feld
Hauke Ploetz organisiert die Jagden und überprüft dabei streng die Dokumente seiner Mitstreiter. Jeder Jäger muss vor Beginn den Jagdschein vorlegen. Zusätzlich informiert Ploetz die Polizeileitstelle in Bonn über den genauen Ablauf. Am Meßdorfer Feld, im Westen der Innenstadt, ist die Sicherheit ein zentrales Thema. Jogger und Radfahrer nutzen die Wege täglich. Deshalb gilt die Regel, dass immer mindestens zwei Schützen die asphaltierten Strecken im Blick behalten.
Die Vorbereitungen sind aufwendig. Auf dem Feld platzieren die Teilnehmer Kunststoffattrappen, die als Lockkrähen dienen. Sie sollen ein frisch eingesätes Areal nachbilden. Hinter Sichtschutzwänden nehmen die Schützen ihre Positionen ein. Die Tiere gelten als besonders wachsam, deshalb wechseln die Jäger ihre Zeiten und Aufstellungen regelmäßig. Mit dem Ruf „Waidmanns Heil“ beginnt die Jagd. Dann herrscht Stille. Nach einer Stunde fliegen die ersten Krähen in Reichweite. Zwei Schüsse fallen, ein Tier geht zu Boden.
Kritik von Christian Chmela aus Bonn
Nicht alle sehen die Aktionen positiv. Der Leiter der Biologischen Station Bonn, Christian Chmela, warnt vor negativen Folgen der Jagd. Seiner Meinung nach gibt es alternative Schutzmaßnahmen für Bodenbrüter und Feldhasen.
- Anlage von Schonstreifen
- Entschädigung für Landwirte
- Vielfältigere Anbaumethoden
- Mehr Rückzugsräume für Arten wie Feldhase, Rebhuhn oder Feldlerche
Chmela betont, dass die Abschüsse sogar kontraproduktiv sein könnten. Durch den Eingriff in das Sozialgefüge von Krähen könnten die Vögel schneller Nachwuchs hervorbringen. Im Ergebnis stiege die Zahl möglicherweise sogar an.
Zahlen und Ziele der Jäger
Während einer Jagd auf dem Meßdorfer Feld werden nach rund 30 Minuten zwei weitere Krähen getroffen. Es handelt sich um die Abschüsse Nummer 32 und 33 in dieser Saison. Die Jagdzeit läuft von August bis März. Die erlegten Tiere nutzen die Jäger als Schleppwild zur Ausbildung ihrer Hunde.
Am Ende des Einsatzes bricht Ploetz die Aktion wegen Dunkelheit ab. Er bedankt sich bei den Schützen für die Disziplin. Bis März 2026 wollen die Jäger in Bonn mindestens 150 Rabenkrähen erlegen. Dieses Ziel gilt als Richtwert für die kommenden Monate.
Folgen für Natur und Stadt
Die Jagden lösen Debatten aus. Einerseits sehen die Jäger darin einen Beitrag zum Schutz des ökologischen Gleichgewichts. Andererseits befürchten Naturschützer, dass der Bestand an Krähen langfristig sogar wächst. Für die Anwohner in Bonn bedeutet dies, dass auch in Zukunft Schüsse zu hören sein werden. Damit bleibt das Thema weiterhin brisant.
Quelle: WDR, www.on-the-top.net/de/